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Jahresbericht 2010

von Susanne Ruppen, Vereinspräsidentin

Generalversammlung

2010 war ein Wahljahr. Alle 8 Vorstandsmitglieder, die sich wieder zur Wahl stellten, wurden einstimmig gewählt. Leider aus beruflichen Gründen zurückgetreten war Stefan Hohler. Der Vorstand hatte der GV beantragt 2 Projekte mit grösseren Beiträgen zu unterstützen: Den Schutz eines riesigen Rötelfalkenschlafplatzes im Senegal mit 5000 Franken und die Schaffung lichter Waldbereiche im Tössbergland, ein Projekt der SSVG (Schweizerische Gesellschaft für Vogelschutzgebiete), mit 10'000 Franken. Beide Spenden wurden fast einstimmig beschlossen.

Die Spende an die SSVG löste allerdings

eine Disskussion aus, ob die Kosten nicht aus dem Erlös des Holzes bezahlt werden könnte. Dies ist leider nicht der Fall. Trotz vermehrtem Absatz von Holz für Holzschnitzelheizungen deckt der Holzerlös nicht einmal die, in diesem Gebiet häufig schwierige, Holzerei. Projektierung, Nachpflege und die bei Naturschutzprojekten sehr wichtige Erfolgskontrolle müssen sowieso aus Spenden gedeckt werden. Das Projekt ist übrigens auf gutem Weg. 2 wichtige Gesuche an die Lotteriefonds der Kantone Zürich und St. Gallen sind aber noch hängig. Je nach Finanzen können in den nächsten Jahren mehr oder weniger Flächen geschlagen werden. Die GV bewilligte auch Hanspeter Wydlers Wunsch nach Anschaffung einer Motorsense. Dadurch verringert sich der Aufwand all der kleineren Mäharbeiten, die von unserem Betreuer Ruggernweg in Eigenregie erledigt werden, beträchtlich. Der Mitgliederbestand war im Berichtsjahr rückläufig. Ende 2010 hatte der Verein 542 Mitglieder, was einem Rückgang von 21 entspricht.

 

Öffentlichkeitsarbeit

Es wurden total 8 Zeitungsartikel geschrieben, 2 davon von unserem Neumitglied Tina Grüter (Danke Tina!). Der Höngger selbst berichtete wieder über die Waldweihnacht. Wir möchten dem „Höngger“, vor allem Redaktor Fredy Haffner, an dieser Stelle ganz herzlich für die ausgezeichnete Zusammenarbeit danken. Die 12 Exkursionen, 2 davon 2-tägig, konnten alle durchgeführt werden. Nicht ganz immer hatten wir Wetterglück. So fand die Exkursion auf der Werdinsel bei Schneetreiben, die Hönggerbergexkursion bei Dauerregen statt. Auf der Riederalp landeten wir im dichten Nebel und mussten deshalb auf die Leuker Südhalde ausweichen. Mit oder ohne Wetterglück, spannende Naturbeobachtungen konnte man auf jeder Exkursion erleben. Einige Highlights dieses Jahre waren die schöne Girlitzbeobachtung auf der Höngger Siedlungsexkursion, die ihr Nest anfliegenden Mauerläufer an der Leuker Südhalde oder die Sommergoldhähnchen in der Beringerhand auf der Ulmethöchi.

Praktischer Naturschutz

An 2 Arbeitstagen wurden die Nistkasten gereinigt sowie die Hecken am Ruggernweg und das Bord am Kappenbühl gepflegt und die jungen Obstbäume geschnitten. Der Frühlingsarbeitstag fiel leider einmal mehr in den Schnee. Deshalb kamen wir mit der Waldrandpflege nicht so weit, wie wir uns vorgenommen hatten. Brombeerwurzeln in 15cm tiefem Schnee auszugraben, erwies sich als mässig spassig. Wir wissen, dass es Anfang März häufig schneit. Weil wir aber die Obstbäume nicht später schneiden können und gleichzeitig auf ungefrorenen Boden angewiesen sind, müssen wir das Risiko halt eingehen. Wegen dem Wetter war die Beteiligung am ersten Arbeitstag nicht so grandios, was ja verständlich war, am Herbstarbeitstag waren wir erfreulicherweise zu zwölft. Zusätzlich putzte eine Gruppe von Eltern und Kindern zusammen mit Ernst Schuppisser und Monika Hauser Nistkästen. Manchmal sind kurzfristig Arbeitseinsätze zur Pflege unserer Naturvorrangflächen nötig, zum Beispiel für das Schneiden des Strassenbordes am Ruggernweg oder für’s Einbringen des Heus am Kappenbühl. Dafür haben wir im letzten Winter begonnen, eine Liste mit arbeitswilligen Mitgliedern zusammenzustellen, für die man sich gerne weiterhin melden kann. Dieses Jahr hat das Aufgebot allerdings noch nicht wie erhofft geklappt. Die Ankündigungen waren jeweils sehr kurzfristig und die Avisierten schon alle ausgebucht, so dass Hanspeter Wydler das Bord alleine mähte und Benjamin Kämpfen das Heu alleine zusammennahm. Da müssen wir noch bessere Lösungen finden, denn auf die Dauer macht es unseren Gebietsbetreuern keinen Spass, wenn sie die Arbeit ganz alleine machen müssen. Sie haben schon sonst genug zu tun. Wie schon im letzten Jahresbericht erwähnt, sollen wir für die Pflege des Ruggernwegs von der Stadt eine Entschädigung erhalten, müssen dafür aber die Mad durch den Juchhof selber bezahlen. Auch der Abschluss des Vertrags für die Kappenbühlwiese stand noch an. Gleichzeitig wollte die Stadt die Verträge für den Ruggernweg und das Gartenareal in seiner Mitte erneuern. Das ganze Prozedere zog sich sehr in die Länge. Unterdessen haben wir die Verträge unterschrieben und warten nun darauf, dass uns die Stadt sie gegengezeichnet zurückschickt. Wir werden die Verträge an der GV vorstellen.

Höngger Natur

Im Frühling riefen zeitweise 2 Mittelspechte im Hönggerberg. Das Geschlecht der Vögel lässt sich anhand der Rufe leider nicht bestimmen und auch Sichtbeobachtungen helfen nur bei ganz guten Verhältnissen weiter. Wir wissen deshalb nicht, ob es ein Pärchen war. Ob allenfalls eine Brut stattgefunden hat, konnte auch nicht festgestellt werden. Auch ein Grauspecht wurde während kurzer Zeit gehört. Diese Spechtart ist leider seit einigen Jahren als Brutvogel im Hönggerbergwald verschwunden. Möglicherweise gebrütet hat dafür letztes Jahr der Pirol. Er sang bis Mitte Juni im Hönggerberg, manchmal hörte man sogar 2 Individuen. Auf der Limmat schwammen Anfang August 2 junge, noch nicht flügge, Gänsesäger und es gelang der Brutnachweis eines Baumfalken. Trotz kühlem Wetter zwischen dem 13. und 20. Mai hatte es dieses Jahr in den Nistkasten verhältnismässig wenig tote Jungvögel und verlassene Eier. In der aufgewerteten ehemaligen Kiesgrube im Gubristwald riefen diesen Sommer bereits 5 Geburtshelferkrötenmännchen. Der gewünschte Erfolg scheint sich also einzustellen, auch wenn bis jetzt noch keine Kaulquappen nachgewiesen werden konnten. Für Insekten war das letzte Jahr nicht so gut, da der Sommer recht kurz (dafür umso heftiger) ausfiel. Auf der Vorexkursion im Gubrist konnten wir aber dennoch mehrere Exemplare des kleinen Eisvogels, einer nicht sehr häufigen Schmetterlingsart, entdecken. Diesen Winter fand zum allererstenmal eine Invasion nordischer Schwanzmeisen statt. Während unsere Schwanzmeisen einen dunklen Streif auf den Kopfseiten haben, sind nordische Vögel ganz weissköpfig. Weil es selten auch weissköpfige Mitteleuropäer gibt, gelten nur mehrere weissköpfige Exemplare pro Schwarm als sicherer Nachweis dieser nordischen Unterart. Auch in Zürich konnten sie beobachtet werden, regelmässig in den Parks am Zürichsee, aber auch auf der Werdinsel. Ausserdem hatte es diesen Winter viele Schwärme von Wacholderdrosseln in der Stadt, die sich an Beerensträuchern gütlich taten. Zwar ist die Wacholderdrossel Brutvogel in der Schweiz, aber diese grossen Winterschwärme sind ebenfalls Zuzüger aus dem Norden. Dank Zum Abschluss möchte ich auch dieses Jahr allen danken, die auf irgendeine Art den Natur- und Vogelschutzverein Höngg unterstützt haben. Nur dank ihnen ist es möglich einen aktiven Verein zu erhalten, der auch etwas bewirken kann.

 
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